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Mal raus aus Münster: 5 Super-Ziele in Deutschland

Fünf außergewöhnliche Attraktionen in Deutschland

Eine zweiwöchige Rundreise durch die Mitte Deutschlands stand bei mir im Oktober auf dem Programm. Ein Blick zurück auf mein Studium hat mich beim Auswählen der fünf Stationen inspiriert. Über einige geschichtsträchtige Orte habe ich an der Uni viel gelernt, darunter bedeutende Unesco-Stätten wie Bamberg und Quedlinburg. Mein Bericht beinhaltet zahlreiche Tipps für Ihren eigenen spannenden Trip durch unser Land. 

TOP 1: Wo liegt Deutschlands größte historische Altstadt? In Bamberg!

Sieben Hügel wie das alte Rom, die größte erhaltene historische Altstadt in ganz Deutschland, glanzvolle Sehenswürdigkeiten auf der Welterbeliste der Unesco und hervorragendes Bier – das fränkische Bamberg war der perfekte Startpunkt für meine Tour. Im Unterschied zu Münster ist das alte Bamberg nicht den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer gefallen. In einer unüberschaubaren Fülle von malerischen Gassen und Straßen reihen sich Häuser mit jahrhundertealter Geschichte aneinander. Heute wohnen die Bamberger in den ehrwürdigen Häusern und betreiben moderne Geschäfte, quirlige Bars und Cafés. https://www.unesco.de/kultur-und-natur/welterbe/welterbe-deutschland/altstadt-von-bamberg

Das Unesco-Erbe teilt sich in drei Teile: Berg-, Insel- und Gartenstadt. Zentrum der ausgedehnten Bergstadt ist der der imposante Dom. Der Kirchenbau beherbergt unter anderem den „Bamberger Reiter“. Es handelt sich um ein wunderschönes Standbild aus dem 13. Jahrhundert, das Geschmack und Kunstfertigkeit des Mittelalters in einzigartiger Weise verkörpert.

In der Inselstadt lädt vor allem das pittoreske Rathaus zum obligatorischen Fotostopp ein. Jedes Jahr verzaubert der Anblick des prachtvollen Bauwerks tausende Besucher. Zwei tosende Arme des Flusses Regnitz umspülen das prachtvolle barocke Gebäude und seinen eindrucksvollen Fachwerkvorbau.

Die Gartenstadt im Osten Bambergs bewahrt eine in Deutschland einzigartige Form der innerstädtischen Landwirtschaft. Seit Generationen bauen Gärtner auf ausgedehnten Nutzflächen mitten im Zentrum zahlreiche Sorten von Obst und Gemüse an. In originalen Gärtnerhäusern aus dem 19. und 20. Jahrhundert können die Besucher diese faszinierenden Traditionen miterleben.

Kein Besuch in Bamberg ist komplett, ohne die zünftigen lokalen Spezialitäten zu probieren. Das Schlenkerle ist bei Bambergern und Gästen besonders beliebt. Es handelt sich um ein dunkles Rauchbier, das in geräucherten Holzfässern heranreift und durch das Lagern besonders intensiv schmeckt. Nach Feierabend und am Wochenende herrscht in der Sandstraße ein buntes Treiben. Die Bamberger treffen sich mit Freunden und Bekannten und genießen ihr Schlenkerle – was gibt es Schöneres? Das lokale Lieblingsgetränk passt hervorragend zur lokalen Küche, zum Beispiel dem Schäufele. Ein ordentliches Stück Schweinefleisch wird am Knochen mit herzhafter Kruste gebacken.

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TOP 2: Eine Burg und zwei Kirchen der Superlative - Coburg überrascht!

Die Region rund um Coburg liegt ganz im Norden von Franken und gilt bis heute als Geheimtipp im innerdeutschen Tourismus. Das Zentrum der faszinierenden Region ist eine alte Burg - die Veste Coburg, die auch der ehrwürdige Beiname Frankenkrone ziert. Das Museum in der Burg hat mich so begeistert, dass ich es gleich zweimal besucht habe. Der Marktplatz gilt als einer der schönsten in Deutschland. Fans der Royals kommen in Coburg ganz besonders auf ihre Kosten: Die Wurzeln der englischen Königsfamilie liegen in der malerischen Kleinstadt, in der bis zum Ende des Kaiserreichs 1918 ein Herzogshaus mit weit reichenden dynastischen Verbindungen residierte.

Auf der Veste Coburg lassen sich unter anderem authentische Wohnräume der herzoglichen Familie und hervorragende Gemäldesammlungen entdecken. Der Höhepunkt des Rundgangs ist das Jagdzimmer. Meisterhaft gefertigte Schnitzereien geben ein originalgetreues Bild der herrschaftlichen Jagd im 17. Jahrhundert. Überwältigend ist auch der Blick vom Schlossberg. https://www.kunstsammlungen-coburg.de/ 

Am Marktplatz herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Die beiden traditionsreichen Bauwerke Rathaus und Stadthaus sind mit einer speziellen architektonischen Verzierung geschmückt, dem Coburger Erker. Der pittoreske Platz mit seinen gemütlichen Cafés bietet die perfekte Kulisse für eine kleine Pause. Auch in den übrigen Gassen im Zentrum warten spannende Überraschungen.   

Viele wertvolle Informationen über die Verbindungen der adeligen Häuser Europas hält eine geführte Tour durch die Ehrenburg bereit. Die Residenz aus dem 19. Jahrhundert ist unzerstört und bewahrt bis heute wertvolle Schätze. Der Bombenhagel hat in Münster Kulturgüter dieses Ranges für immer zerstört – der Gang durch die Prunksäle der Ehrenburg macht diesen Verlust schmerzlich deutlich. 

Wie wäre es am Ende Ihres Aufenthalts in Coburg mit einem kleinen Stopp bei der Bäckerei Feyler: Lassen Sie sich verführen und probieren Sie hier die gehaltvollen „Coburger Schmätzchen“. Auf dem Weg aus der Stadt, zirka 15 Kilometer in nördlicher Richtung, locken die Kirchen Vierzehnheiligen und Kloster Banz, die eindrucksvoll Pracht und Gedankenwelt des Barock präsentieren. Geschwungene Architektur, imposante Gemälde und viel Gold entreißen den Besucher direkt in den katholischen Wunderhimmel der Engel und Heiligen – heute genauso wie im 18. Jahrhundert, als unter anderem der berühmte Baumeister Balthasar Neumann die einzigartigen Gotteshäuser schuf.  

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TOP 3: Warum ist Naumburg so verführerisch? Wegen des Weins - aber nicht nur! 

Über den Thüringer Wald hinweg hat mich die Tour in das Gebiet von Saale und Unstrut im Südzipfel von Sachsen-Anhalt geführt. Spektakuläre historische Sehenswürdigkeiten, bezaubernde Natur, kulinarischer Genuss - die Region bietet für alle Interessenlagen das passende Angebot. Naumburg mit seinem ehrwürdigen Dom präsentiert sich als Zentrum des lieblichen Landstrichs. Das Stadtmuseum ist im ältesten Bürgerhaus der Stadt untergebracht. Knarrende Treppen, originales Mauerwerk, erhaltene Wandmalereien – in authentischem Ambiente erhält der Besucher einen Überblick über die Region. Überall im Stadtkern zeigen sich unversehrte pittoreske Gebäude.   

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Im Naumburger Dom bestaunen die Besucher die lebensgroßen mittelalterlichen Skulpturen von Uta und Ekkehard, dem Stifterpaar. Ein unbekannter Künstler hat wunderschöne, idealtypische Bildnisse mittelalterlicher Persönlichkeiten geschaffen. Der lebensechte Ausdruck der Skulpturen bezaubert uns auch heute noch genauso wie damals.

Rund um Naumburg bekrönen mächtige Burgen stimmungsvoll die imposanten Bergrücken. Die Ruine der Rudelsburg zog schon im 19. Jahrhundert romantisierende Studentenverbindungen an und diente als Kristallisationspunkt des deutschen Nationalgefühls. Beim Marsch zu den Burgen kommen endlich die Wanderschuhe zum langersehnten Einsatz.

Ein eindrucksvolles Zeugnis aus der Frühzeit des deutschen Reiches bietet das Kloster in Memleben. Die Ottonen, die erste Dynastie im entstehenden Deutschland, planten hier ein ehrgeiziges Bauprojekt. Relikte einer imposanten Kirche entführen die Besucher ins geheimnisvolle 10. Jahrhundert. Seine einstige Bedeutung hat der kleine Ort an der Unstrut heute komplett verloren.

Bekannt ist die Region auch als nördlichste Weinanbauregion Europas. Kultivierte Mönche haben im hohen Mittelalter den Weinbau in dem Gebiet etabliert und eine lange, stolze Tradition begründet. An den Flussufern vor den Toren von Naumburg entfalten sich üppige Weinberge, die zu herrlichen Wanderungen einladen. Ein besonderes Erlebnis ist ein Zwischenstopp auf einem der zahlreichen Weingüter. Hier oder in einer rustikalen Wirtsstube geben die Mitarbeiter Einblick in die Anbaumethoden und kredenzen die passenden Weine zum Probieren. Wer das perfekte Mitbringsel von der Saale sucht, findet hier den richtigen Tropfen. https://www.saale-unstrut-tourismus.de/ 

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TOP 4: Wo gibt es noch Menschen aus der Steinzeit? In Halle an der Saale!

Ein wahres Feuerwerk an Attraktionen bietet Halle an der Saale, mit 230.000 Einwohnern die größte Stadt in Sachsen-Anhalt. Seit langem steht die Stadt im Schatten der großen Schwester Leipzig. Ein atemberaubender Ausflug zu unseren Vorfahren in der Steinzeit, exquisite klassische Musik, moderner urbaner Style – wie diese Gegensätze zusammen passen, können Sie in Halle erleben. Markant ist die Silhouette der Stadt mit ihren zahlreichen Türmen, von denen sich einige erklimmen lassen und einen herrlichen Blick über das Umland bieten. Sie suchen ein frisches und außergewöhnliches Reiseziel? Dann ist Halle genau das Richtige für Sie.

In ganz Europa berühmt ist das Museum für Vor- und Frühgeschichte, das Funde menschlichen Lebens seit zirka 400.000 Jahren dokumentiert. Die Himmelsscheibe von Nebra, die erste analytische Darstellung des Firmaments, ist der wichtigste Schatz. Zahlreiche spektakuläre Funde wurden nach der vergangenen Jahrtausendwende gemacht. Welche Kostbarkeiten noch im Boden schlummern? https://www.landesmuseum-vorgeschichte.de/ 

Das berühmteste Kind Halles ist der Komponist Friedrich Händel. In seinem Geburtshaus dokumentiert eine eindrucksvolle Ausstellung sein künstlerisches Schaffen. Überall im Haus spielt die Musik des genialen Virtuosen und macht den Rundgang zu einem puren Vergnügen. Einen praktischen Eindruck des Musikerlebens vermitteln wertvolle originale Musikinstrumente. https://haendelhaus.de/de/hh/startseite 

Die Barockzeit ist bekannt für die überwältigenden Paläste der Adeligen. Die bittere Armut von Bauern, Arbeitern und Waisen bedeutet die Kehrseite der Medaille. Der Hallenser August Francke hat der Entwicklung entgegen gewirkt und 1698 eines der ersten Waisenhäuser in Deutschland gegründet. Die Franckeschen Stiftungen bestehen bis heute und stehen offen für die Besichtigung. https://www.francke-halle.de/ 

Bei all diesen spannenden Aktivitäten sollte auf jeden Fall genug Zeit bleiben, um sich durch die Straßen und Gassen Halles treiben zu lassen und zusammen mit Studenten und jungen Kreativen ein Bier in einer der angesagten Bars in der Kleinen Ulrichstraße zu trinken. Ausgedehnte erhaltene Stadtviertel aus der Gründerzeit bezeugen die stolze industrielle Vergangenheit der Stadt. Im Umland empfiehlt sich das nahe Merseburg mit seinem mittelalterlichen Dom für einen Besuch. Im deutschen Chemie-Museum arbeiten Mitarbeiter aus dem bekannten DDR-Kombinat Leuna. Während der Tour durchs Gelände erfahren Sie spannende Geschichten aus dem Berufsalltag im Sozialismus. https://www.deutsches-chemie-museum.de/ 

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TOP 5: Quedlinburg? Einer der wichtigsten Orte der deutschen Geschichte!     

Als richtiges Eldorado für geschichtsbegeisterte Besucher entpuppt sich Quedlinburg. Die Kleinstadt am Harz zählt bereits seit 1993 zum renommierten Unesco-Erbe. Außerordentlich ist die Bedeutung des kleinen Städtchens für die deutsche Geschichte: Heinrich I., König des neu entstehenden deutschen Reiches, erwählte im 10. Jahrhundert Quedlinburg zu seinem Lieblingsort. Der mächtige Dom verkörpert bis heute diese glanzvolle Vergangenheit. Die Stadt selbst punktet mit ihrer malerischen Altstadt. Inmitten all der wichtigen Historie finden sich Spuren geplanter Modernisierungen, die das DDR-Regime realisieren wollte. Zum Glück ist es nicht dazu gekommen. https://www.quedlinburg.de/de/unesco-welterbe.html 

Alle Blicke richten sich auf den Dom, der über der Stadt thront. Das romanische Gotteshaus mit seiner Geschichte ist überwältigend. Später missbrauchten die Nazis den Dom als germanische Weihestätte. Der wertvolle Domschatz kam nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA. Von dort kehrte er erst vor einigen Jahren wieder an seinen Ursprungsort zurück – was für eine Odyssee!

Die urigen Gässchen in der Altstadt präsentieren alle Arten und Stile von Fachwerk. Die jahrhundertelange Stadtentwicklung hat ein Juwel geschaffen, das alle Kriege unbeschadet überdauert hat. Eine besondere Attraktion: Das Café Vincent, das über 131 Variationen von Käsekuchen anbietet! Wer bekommt da nicht Lust auf einen Trip nach Quedlinburg.

Auf dem Münzenberg, der dem Domberg direkt gegenüberliegt, lässt sich Archäologie praktisch erleben! Ausgrabungen haben eine unversehrte Kirche aus dem 10. Jahrhundert zu Tage gefördert. Spätere Einwohner haben das Areal mit Wohnungen überbaut. Vor Ort ist ein beeindruckendes Museum eingerichtet, und die Mitarbeiter berichten über den aktuellen Forschungsstand. 

Direkt vor den Toren der Stadt beginnt der Harz, eines der abwechslungsreichsten und ursprünglichsten Mittelgebirge in Deutschland. Überall bieten sich unvergessliche Möglichkeiten zu ausgedehnten Wanderungen. Ein Ziel unter vielen ist der legendäre Hexentanzplatz, der schon in der Vorzeit als geheimnisvolle Kultstätte diente und den berühmten Dichter Goethe inspirierte. Der Marsch zu dem sagenumwobenen Ort führt durch dichte Wälder an steilen Berghängen entlang, und unten im Tal tost die Bode, eines der zahlreichen Gewässer im Harz. Für Natur- und Wanderfreunde ist eine Wanderung im Harz ein besonders Erlebnis.

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Besonders bereichernd waren für mich während der Reise die Gespräche mit anderen Besuchern und den Tourguides. Während der Stadtführungen, Rundgänge in den historischen Denkmälern und in de Touristikbüros konnte ich viele Gelegenheiten nutzen und mit professionellen und passionierten Mitarbeitern über den Charakter und die Besonderheiten der Attraktionen sprechen. Für meine eigene Tätigkeit als Tourguide in Münster habe ich viel gelernt. In 2021 möchte ich für interessierte Teilnehmer einige selbständige Mehrtagestrips planen - die Mitte Deutschland gehört definitiv zu den Zielregionen. Im Falle von Fragen zu den atemberaubenden Destinationen können Sie mich jederzeit kontaktieren: Tel.: 0151 155 88 065, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!